Top 10 Ursachen bei Männern

1. Magen-Darm-Grippe (Gastroenteritis)

Die Magen-Darm-Grippe ist eine Entzündung der Schleimhäute des Magens und des Dünndarms und geht üblicherweise mit Brechdurchfall einher. Ausgelöst wird diese Form der Durchfallerkrankung vor allem durch Viren, aber auch durch Bakterien und Parasiten. Die Magen-Darm-Grippe wird häufig durch mangelnde Hygiene als Schmierinfektion übertragen.


In Mitteleuropa wird eine Magen-Darm-Grippe am häufigsten durch eine Infektion mit Noroviren, Rotaviren, Sapoviren, Astoviren, Campylobacter oder Salmonellen verursacht. Rotaviren sind meist für eine Gastroenteritis bei Säuglingen und Kleinkindern verantwortlich, bei Erwachsenen verursacht der Norovirus mehr als die Hälfte aller Brechdurchfälle. Bakterielle Infektionen, meist durch verunreinigte oder verdorbene Lebensmittel verursacht, verlaufen schwerer, sind jedoch seltener. 


Gefahren

Bei starkem Brechdurchfall kommt es zu einem erheblichen Flüssigkeitsverlust (Dehydrierung), der besonders für Säuglinge, Kleinkinder und alte Menschen gefährlich ist und den Körper zusätzlich schwächt.


Dauer

Im Allgemeinen klingt eine Magen-Darm-Grippe innerhalb weniger Tage ohne Einnahme von Medikamenten von selbst wieder ab. Es ist wichtig, den Verlust an Flüssigkeit durch den Durchfall und / oder das Erbrechen mit Flüssigkeit und Elektrolyten wieder auszugleichen. 


Vorbeugende Maßnahmen

Um einer Magen-Darm-Grippe vorzubeugen sollten in erster Linie Hygiene-Regeln beachtet werden: Regelmäßig nach dem Toilettenbesuch sowie vor dem Hantieren mit Lebensmitteln und dem Essen Hände mit Seife waschen.


Besonders auf Reisen in subtropischen und tropischen Ländern sollte besser auf rohes, ungeschältes Obst und Gemüse verzichtet werden und kein Leitungswasser getrunken werden. Fisch und Fleisch sollten nur gut gebraten oder gekocht gegessen werden.


Was tun im Fall des Falles?

Bei der Behandlung einer Magen-Darm-Grippe ist es wichtig ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen, um der Dehydrierung vorzubeugen. Im Akutfall oder bei massivem Flüssigkeitsverlust den Arzt konsultieren. 

2. Fruchtzuckerunverträglichkeit (Fructosemalabsorbtion)

Fructose (Fruchtzucker) ist ein Einfachzucker der in Obst und Gemüse sowohl in freier Form, als auch in gebunder Form als Teil von Saccharose (Haushaltszucker) vorkommt. Bei Patienten mit Fructoseunverträglichkeit kann die freie Form der Fructose nicht bzw. nur unzureichend in den Blutkreislauf gelangen. Dieser gelangt in den Dickdarm, wird dort von Bakterien verstoffwechselt. Dies kann zu  unangenehmen Blähungen und Durchfall führen. 


Bei der Fruchtzuckerunverträglichkeit (Fructosemalabsorption) kann dem Speisebrei im Dünndarm nicht genug Fructose entzogen werden und ein großer Teil der zugeführten Fructose gelangt in den Dickdarm. Dort wird die Fructose von Bakterien verstoffwechselt, was zu Gasbildung, Durchfall, Blähungen und/oder Schmerzen führen kann.


Gefahren

Bei hereditärer Fructoseintoleranz (erblich bedingt) kann die Fructose in der Leber nicht richtig abgebaut werden. Diese Blockade im Abbau kann andere Stoffwechselkreisläufe hemmen. Dies kann zu Unterzuckerung und langfristig zu Organschäden führen. Dieses Symptom zeigt sich ab dem ersten Kontakt mit Fruchtzucker.


Dauer

Die Symptome machen sich in der Regel innerhalb weniger Stunden nach dem Verzehr der fructosehaltigen Lebensmittel bemerkbar. Seltener sind Spätreaktionen, die 24 Stunden nach Verzehr auftreten. 


Vorbeugende Maßnahmen

Eine Fructoseunverträglichkeit kann mit der Reduktion der zugeführten Fructose gemildert werden. Je geringer die konsumierte Fruchtzuckermenge umso geringer die Symptome. Wichtig: Die Fruchtzckerunverträglichkeit kann sich nach einer Karenzzeit von 4-6 Wochen wieder bessern.


3. Allergen Sellerie (Buchstaben Code L)

Die Sellerie Allergie ist eine der häufigsten Formen der Lebensmittelallergie. Sehr oft tritt die Sellerie Allergie in Verbindung mit einer Pollenallergie auf. Menschen mit einer Allergie gegen Beifuß oder Birke klagen meist auch über Beschwerden beim Konsum von Sellerie. Liegt eine Sellerie Allergie vor, sind die Betroffenen meist auch gegen weitere Doldenblütler wie Anis, Dill, Fenchel, Karotten, Koriander, Kümmel, Liebstöckel oder Petersilie allergisch.


Allergiker reagieren meist auf rohen oder gekochten Sellerie sowie auf Selleriesalz, das zum Würzen verwendet wird. Kennzeichen sind nach dem Genuss von Sellerie v.a. ein Jucken im Rachen oder Mundraum. Die Reaktionen können unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Begonnen bei leichtem Jucken, Aufstoßen, Magenschmerzen bis zu anaphylaktischen Reaktionen. 


Gefahren

Die Reaktionen können unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Begonnen bei leichtem Jucken, Aufstoßen, Magenschmerzen bis zu Anaphylaktischen Reaktionen wie Atemnot und Kreislaufstillstand.


Dauer

In den meisten Fällen löst die Allergie nur leichte, örtlich begrenzte Symptome aus aber auch schwere allergische Reaktionen sind möglich. Gewöhnlich treten die Beschwerden wenige Minuten bis zwei Stunden nach der Nahrungsaufnahme auf.


Vorbeugende Maßnahmen

Betroffene sollten Nahrungsmittel vermeiden, die Kreuzreaktionen auslösen. Eine Allergenkarenz ist die zuverlässigste Methode um Symptome zu vermeiden. Oft reicht es, Sellerie nur während der Pollenzeit zu meiden oder eine andere Zubereitung zu wählen (z.B. gekocht statt roh).


Sollten die Auslöser der Allergie unklar sein, kann der Patient ein Ernährungs- und Symptomtagebuch führen, welches den Arzt bei der Ursachenforschung unterstützt.


Was tun im Fall des Falles?

Bei schweren allergischen Reaktionen ist es ratsam ein Notfallset, das Ihnen bedarfsgerecht vom Arzt zusammengestellt wird, mit zu führen.

4. Leistenbruch (Leistenhernie)

Ein Leistenbruch (auch Leistenhernie) ist ein Eingeweidebruch im Bereich der Leiste. Zu 60 -70 Prozent ist der Leistenbruch angeboren, die restlichen 30 – 40 Prozent sind erworben und treten in späterem Lebensalter auf.


Im unteren Bauchbereich herrscht ein gewisser Druck, den auch der Leistenkanal zu spüren bekommt. Besonders beim Heben schwerer Lasten, Niesen, Husten oder Pressen (etwa beim Stuhlgang) drücken die Bauchorgane auf den Leistenkanal. Normalerweise kann der Leistenkanal aufgrund der kräftigen Muskeln und dem festen Bindegewebe der Belastung standhalten.
Wenn der Druck zu groß wird, kann eine Lücke im Leistengewebe entstehen und das Bauchfell wölbt sich an dieser Stelle sackartig (Bruchsack) nach außen.


Jeder Leistenbruch, vor allem ein Leistenbruch bei Kindern, muss ärztlich behandelt werden. In den meisten Fällen wird operiert, da die Leistenhernie nicht von allein verheilt. Zudem besteht immer die Gefahr, dass Bauchgewebe eingeklemmt wird.


Gefahren

Jeder Leistenbruch, vor allem ein Leistenbruch bei Kindern, erfordert ärztliche Behandlung. Meist wird operiert, da die Leistenhernie nicht von selbst abheilt. Weiters besteht die Gefahr, dass Bauchgewebe eingeklemmt wird. Selbst wenn keine Beschwerden bestehen, wird daher meistens eine Leistenhernien-OP empfohlen.


Dauer

Die Dauer der Heilung nach einem Leistungsbruch ist von Alter, Vorerkrankungen, Art des Leistenbruchs und Art des Eingriffs abhängig. Da die Hautwunde viel schneller heilt als die innere Wunde darf mit leichten körperlichen Tätigkeiten wie Schwimmen oder Geschlechtsverkehr frühestens drei bis vier Wochen nach der Leistenbruch-Operation begonnen werden; Jogging und Fahrradfahren müssen sechs Wochen, schwere körperliche Tätigkeiten sogar mehrere Monate ausgesetzt werden.


Vorbeugende Maßnahmen

Vermeiden Sie Übergewicht und trainieren Sie ihre Bauchmuskeln um einem Leistenbruch vorzubeugen.
Heben Sie keine schweren Lasten wenn Sie zu einem schwachen Bindegewebe neigen. Dies erhöht den Druck auf die Schwachstellen der Bauchwand und steigert das Risiko für eine Leistenhernie.


Was tun im Fall des Falles?

Jeder Leistenbruch muss ärztlich behandelt werden. In den meisten Fällen wird operiert, da die Leistenhernie nicht von alleine abheilt. Zudem besteht die Gefahr, dass Bauchgewebe eingeklemmt wird. Selbst wenn keine Beschwerden bestehen, wird daher meistens eine Leistenhernien-OP empfohlen. Die Operation ist prinzipiell mit einer Heilung der Erkrankung gleichzusetzen.

5. Magenschleimhautentzündung (Gastritis)

Gastritis ist eine Entzündung der Magenschleimhaut, welche die tiefer liegenden Schichten der Magenwand vor der Magensäure schützt. Hier unterscheidet man zwischen einer akuten und einer chronischen Gastritis. 


Der infektiöse Gastritis Typ B, ausgelöst durch den Helicobacter pylori, macht 80 - 90 Prozent der Gastritisfälle aus. Weitere häufige Ursachen sind (übermäßiger) Konsum von Substanzen, die die Magenschleimhaut reizen. Dazu zählen beispielsweise Nikotin, Alkohol und Medikamente. Weitere mögliche Auslöser der akuten Erkrankungsform sind massive Stress- und Schocksituationen - wie schwere Verletzungen, Verbrennungen oder große Operationen.


Gefahren

Eine chronische Gastritis besteht über viele Jahre und es kann in der Folge zu Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren kommen, die teilweise große Probleme verursachen können. Die Gefahr für Magenkrebs (Magenkarzinom) ist erhöht.


Dauer

Es wird zwischen einer akuten und einer chronischen Magenschleimhautentzündung unterschieden. Die akute Form tritt rasch auf und klingt nach kurzer Zeit wieder ab. Die chronische Gastritis hält über einen langen Zeitraum an und kann ohne Behandlung mit all ihren Beschwerden und Entzündungen Jahre bis Jahrzehnte lang andauern.


Vorbeugende Maßnahmen

Um einer Gastritis vorzubeugen sollte man auf eine magenfreundliche Ernährung achten. Meiden sie Speisen und Getränke, die den Magen reizen. Dies gilt vor allem für Alkohol und Kaffee, sowie sehr scharfes oder sehr heißes Essen. 


Was tun im Fall des Falles?

Die Typ-B-Gastritis wird durch die Einnahme von zwei unterschiedlichen Antibiotika und einem Protonenpumpenhemmer behandelt. Diese Therapie wird auch Eradikationstherapie genannt. 

6. Reizmagen (funktionelle Dyspepsie)

Der Reizmagen (Reizmagensyndrom - funktionelle Dyspepsie) ist eine funktionelle Störung im Bereich des Magens, der keine eindeutige organische Ursache zugrunde liegt. Ein Reizmagen liegt dann vor, wenn die Beschwerden (Völlegefühl, Druck und Schmerzen in der Magengegend) über einen Zeitraum von 3 Monaten wiederholt auftreten.


Es ist nicht restlos geklärt was einen Reizmagen tatsächlich verursacht. Es wird vermutet, dass in erster Linie Funktionsstörungen des Magens für einen Reizmagen verantwortlich sind. Zusätzlich bestätigen Untersuchungen, dass neben körperlichen auch seelische sowie soziale Faktoren die Entstehung einer funktionellen Dyspepsie begünstigen können.


Gefahren

Betroffene haben kein höheres Risiko an schweren bzw. bösartigen Magenerkrankungen zu leiden. Dennoch ist es allein aus Sicht der Lebensqualität ratsam, eine adäquate Behandlung im Sinne der Ursachenforschung und Symptomlinderung anzustreben.
Bei manchen Patienten gehen die Symptome mit anderen Störungen des Verdauungstrakts, wie einem Reizdarmsyndrom oder einer Refluxkrankheit, einher.


Dauer

Man spricht von einem Reizmagen, wenn die typischen Oberbauchbeschwerden über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten wiederholt oder durchgehend auftreten. Sonstige Erkrankungen des Magens sollten als Auslöser ausgeschlossen sein.


Vorbeugende Maßnahmen

Da die Ursachen für einen Reizmagen nicht eindeutig geklärt sind, gibt es keine prophylaktischen Empfehlungen. Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige körperliche Aktivität sind immer hilfreich. Diverse Entspannungsmethoden wie autogenes Training oder eine geeignete Meditationstechnik können helfen Stress abzubauen und dauerhafte Beschwerden durch den Reizmagen entgegenwirken.


Was tun im Fall des Falles?

Medikamente können bei einem akuten Reizmagen vorübergehend eingenommen werden um die Symptome zu verringern. Meist wird ein magensäurehemmendes Medikament  (z.b. PPI - Protonenpumpeninhibitoren) verschrieben.


7. Milchzuckerunverträglichkeit (Primäre Laktoseintoleranz)

Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit) ist eine Verwertungsstörung, bei der Betroffene durch einen Mangel an dem Verdauungsenzym Laktase keine bzw. nur wenig Milchzucker (Laktose) vertragen. Die Laktase ist ein Enzym, das nur im Dünndarm gebildet wird und den Milchzucker in seine beiden Bestandteile aufspaltet: den Traubenzucker Glukose und den Schleimzucker Galaktose. Diese beiden Einfachzucker werden schließlich als einzelne Moleküle über die Dünndarmschleimhaut ins Blut aufgenommen. Ist zu wenig Laktase vor Ort, kann der Milchzucker nicht gespalten werden. So gelangt ein Teil des Milchzuckers unverdaut in den Dickdarm und wird dort verstoffwechselt, wodurch es zu Blähungen, Durchfall und Schmerzen kommen kann.


Gefahren

Patienten mit einer Laktoseintoleranz sollten darauf achten, ihren Calziumbedarf zu decken. Ein Calziummangel kann das Risiko von Osteoporose (Knochenschwund) erhöhen. Bei dauerhaftem Durchfall kann es zu Mangelerscheinungen kommen da nicht ausreichend Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente aufgenommen werden können.


Dauer

Die meisten Lebensmittelunverträglichkeiten lösen sehr schnell eine Reaktion aus. Die Symptome machen sich in der Regel innerhalb weniger Stunden nach dem Verzehr der jeweiligen Lebensmittel bemerkbar. Seltener sind Spätreaktionen, die 24 Stunden nach Verzehr auftreten. 


Vorbeugende Maßnahmen

Einer Laktoseintoleranz (Laktoseunverträglichkeit) können Sie nicht vorbeugen. Wenn der Verzehr von laktosehaltigen Lebensmitteln Beschwerden auslöst, können Sie dies mit einer laktosefreien oder laktosearmen Ernährung oder der zusätzlichen Einnahme des Verdauungsenzyms Laktase vor der Mahlzeit verhindern.


Was tun im Fall des Falles?

Die Laktoseintoleranz ist keine Krankheit, sondern vielmehr ein Symptom, das den Zustand ihrer Darmschleimhaut widerspiegelt.  Durch eine laktosearme/-freie Ernährung können die Betroffenen größtenteils beschwerdefrei leben. Auch eine künstliche Zufuhr des fehlenden Enzyms Laktase über Tabletten ist bei Bedarf möglich.

8. Verstopfung (Obstipation)

Weniger als drei Stuhlgänge pro Woche deuten laut Definition auf eine Verstopfung (Obstipation) hin. Die Verstopfung ist vielmehr ein Symptom und keine Krankheit im eigentlichen Sinne. 


Oft sind die Auslöser einer akuten Verstopfung in den Lebensumständen (Ernährung, Bewegung, Stress, etc.) der betroffenen Personen zu suchen. Stress ohne die Möglichkeit in Ruhe auf die Toilette zu gehen, mangelnde Bewegung in Kombination mit einseitiger, ballaststoffarmer Nahrung und wenig bis unzureichende Flüssigkeitszufuhr begünstigen die Entstehung einer Verstopfung. 


Gefahren

Ohne Behandlung kann es bei chronischer Verstopfung zu unterschiedlichen gesundheitlichen Folgen wie Analfissuren, Hämorrhoiden und Entstehung von Kotballen kommen. Selten kommt es zu einer Erweiterung des Dickdarms (Megacolons) oder zu einem Darmverschluss (Ileus). 


Dauer

Die Dauer ist bei akuter und chronischer Verstopfung unterschiedlich.


Vorbeugende Maßnahmen

Einer Verstopfung kann man oft nur bedingt vorbeugen. Grundsätzlich ist eine Ernährung mit ballaststoffreicher Kost wie Vollkornbrot, Datteln, Pflaumen, Feigen und anderen Früchte- und Gemüsesorten, sowie viel Bewegung und ausreichend Flüssigkeit empfehlenswert. 


Was tun im Fall des Falles?

Es gibt verschiedene Abführmittel gegen Verstopfung. (z.B. Macrogol, Bisacodyl, Natriumpicosulfat).

9. Refluxerkrankung / GERD (gastro-esophageal reflux disease)

Die Refluxkrankheit ist ein gesteigerter Rückfluss von Mageninhalt- und säure in die Speiseröhre. In den meisten Fällen entsteht die Refluxkrankheit wegen einer Erschlaffung des unteren Speiseröhren-Schließmuskels, der die Speiseröhre gegenüber dem Magen abdichtet. In Folge tritt saurer Mageninhalt in die Speiseröhre vor und reizt die Schleimhaut. Dadurch entsteht ein brennender Schmerz, das Sodbrennen.


Häufig lässt sich keine konkrete Ursache einer derartigen Muskelschwäche finden. Rauchen, Alkohol, Übergewicht, Schwangerschaft, fett- und zuckerreiche Speisen begünstigen die Entstehung.


Gefahren

Eine Refluxkrankheit kann weitere Krankheiten begünstigen: Entzündung der Speiseröhre, Barrett-Ösophagus, Verengung der Speiseröhre, Refluxassoziiertes Asthma, Bronchitis (Lungenschleimhautentzündung) oder Laryngitis (Kehlkopfentzündung).
90 Prozent der Betroffenen der Refluxkrankheit leiden zusätzlich an einem Zwerchfellbruch (axiale Hiatushernie).


Dauer

Erst wenn die Symptome regelmäßig auftreten (also mindestens ein- bis zweimal pro Woche) und/oder das Wohlbefinden deutlich beeinträchtigen, spricht man von einer gastroösophagealen Refluxkrankheit.


Vorbeugende Maßnahmen

Rauchen, Alkohol, Übergewicht, Schwangerschaft, fett- und zuckerreiche Speisen begünstigen die Entstehung einer Refluxkrankheit. Eine gesunde, ausgewogene Lebens- und Ernährungsweise hilft, Beschwerden vorzubeugen. 

Wenn sie übergewichtig sind sollten sie eine Gewichtsreduktion anstreben.
Bei Mahlzeiten ist es besser mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt zu essen als wenige große Portionen. Versuchen sie Stress durch Entspannungsübungen oder Meditation zu verringern. Stellen sie das Kopfende beim Schlafen hoch um den Rückfluss des Magensaftes zu erschweren.


Was tun im Fall des Falles?

Bei akutem Reflux und Sodbrennen wird vorübergehend ein Protonenpumpenhemmer (PPI) verschrieben um die Säurebelastung möglichst gering zu halten. Auf lange Sicht sollte die Ursache behoben werden. 

10. Reizdarm (IBS – irritable bowel syndrome)

Der Reizdarm (Das Reizdarmsyndrom) ist eine Erkrankung des Verdauungssystems. Kennzeichen sind Beschwerden wie Schmerzen im Bauchraum, Durchfall, Verstopfung, Blähungen und das Gefühl einer unvollständigen Darmentleerung, für die sich keine andere Erkrankung als Ursache finden lässt. 


Der Reizdarm (das Reizdarmsyndrom) hat keine erkennbaren organischen Ursachen und wird demnach als funktionelle Erkrankung bezeichnet. Es gibt mehrere mögliche Erklärungen für die Störung der Darmfunktion wie: Störungen der Darmmuskulatur, eine Überempfindlichkeit der Darmschleimhaut, Stress und psychische Krankheiten, eine gestörte Darmflora sowie eine erbliche Veranlagung.


Gefahren

Der Verlauf der Erkrankung und die Beschwerden beim Reizdarm sind prinzipiell nicht gefährlich und haben auch keinen Einfluss auf die Lebenserwartung. Es erfordert dennoch ein hohes Maß an Geduld und Nervenstärke, da die Symptome meist über längere Zeit bestehen und die Lebensqualität stark beeinträchtigen können.


Dauer

Von einem Reizdarm wird gesprochen, wenn die folgenden drei Punkte vorliegen:
*) Die Beschwerden (Blähungen, Bauchschmerzen,…) treten seit mindestens drei Monaten wiederholt auf und sind mit verändertem Stuhlgang verbunden
*) Die Lebensqualität des Betroffenen leidet unter den Symptomen sodass ein Arzt aufgesucht werden muss
*) Es kommen keine anderen Krankheiten für die Symptome in Frage


Vorbeugende Maßnahmen

Da die Ursachen nicht gänzlich geklärt sind ist eine allgemein gültige Ernährung zur Vorbeugung des Reizdarms schwierig. Grundsätzlich ist es für eine gesunde Verdauung wichtig, ausreichend zu trinken, sich täglich zu bewegen, ballaststoffreich zu essen und und  mehrere, dafür kleinere Portionen zu konsumieren.

Ein Ernährungstagebuch kann dabei helfen, künftig Nahrungsmittel zu vermeiden, die Beschwerden verursachen.


Was tun im Fall des Falles?

Ob und welche Medikamente der Arzt bei einem Reizdarmsyndrom empfiehlt, richtet sich individuell nach den Beschwerden.